pendler-blog

Ich gehöre zu den unzähligen Menschen, die jeden Tag einen kleinen Teil ihres Lebens auf der Autobahn oder im Zug verbringen, um diese beiden Dinge unter einen Hut zu bringen. Und so schreibe ich über der Deutschen liebstes Kind (das Auto) und ihr bevorzugtes Hassobjekt (die Bahn).

24.11.05

Krachfrei unterwegs

Eine gelegentlich nette Vorschrift ist §8(3) BOKraft:

"Im Obusverkehr sowie im Linienverkehr mit Kraftfahrzeugen ist dem im Fahrdienst eingesetzten Betriebspersonal untersagt,
[...]
4. während der Beförderung von Fahrgästen Übertragungsanlagen, Tonrundfunkempfänger oder Tonwiedergabegeräte zu anderen als betrieblichen oder Verkehrsfunk-Hinweisen zu benutzen, "

In Anbetracht des Musikgeschmacks mancher Fahrer - nicht jeder steht auf die Komplettbeschallung mit dem Dudelsender SWR4 - ...

Gegen SWR1 gestern war aber nichts einzuwenden. Jedenfalls nicht von mir.

Denkfehler

Wenn schon falsch gedacht, dann richtig...

Der Bus morgens fährt 7.02. Nicht 7.09. Da kann man sich zwar auch an die Haltestelle stellen, das ist aber ziemlich kalt und einsam. Und das Rennen zur Haltestelle ist auch nur für die Kondition gut.

Wenn einem dann beim Umsteigen der Anschluss vor der Nase davonfährt und auf der betreffenden Strecke zwei Linien jeweils im Viertelstundentakt verkehren, ist die Annahme falsch, dass jetzt erst mal zehn Minuten eh nichts fährt.

Irgendwann lerne ich's noch. Aber erst in ausgeschlafenerem Zustand.

23.11.05

Durchschnittsgeschwindigkeiten

Waiblingen - Schwieberdingen 26 km, 70 Minuten.
Ludwigsburg - Waiblingen 12 km, 30 Minuten.
Vielleicht sollte ich künftig einfach mit dem Fahrrad fahren. Dauert ja auch nicht länger.

21.11.05

Ohne Umsteigen

Lieber Leser,

ich hoffe, Du kennst den Großraum Stuttgart ein bisschen. Wenn nicht, empfehle ich www.map24.de oder eine einigermaßen rege Phantasie.

Der VVS (Verkehrsverbund Stuttgart) hat seine Tarifzonen mehr oder weniger konzentrisch rings um Stuttgart ausgerichtet. Stuttgart zählt als Doppelzone, und da sinnvolle Bahnverbindungen in der Regel über Stuttgart führen, sammelt man während der Fahrt schön viele Tarifzonen und darf dafür den VVS tüchtig bereichern.

Man kann auch versuchen, schlauer zu sein. Aber: die Verspätungs-Murphologie steht nicht ohne Grund im vorhergehenden Post.

Von Bietigheim nach Waiblingen. Ein anständiger Bürger nimmt die S-Bahn S5 nach Stuttgart, steigt dort um und nimmt die S-Bahn S2 oder S3 nach Waiblingen. Fünf Zonen, viereuroachtzig. Ein geiziger Schwabe dagegen...

...stellt fest, dass es da ja einen Bus von Ludwigsburg nach Waiblingen gibt, der auch nicht länger braucht und für gesamt zweieuroachtzig zu benutzen ist. Vier Minuten in Ludwigsburg vom Zug auf den Busbahnhof? OK, etwas knapp, aber das geht schon. Für zwei Euro gespart sowieso.

Denkste: Vier Minuten sind in Lubu realistisch bei Schönwetter am Sonntagvormittag, wenn der Zug pünktlich ist und auf Gleis 1 ankommt. Zwei Minuten Verspätung und eine rappelvolle Unterführung...die Linie 432 hat eine schön klare Anzeige auf dem Heck :-(

Zwischenbilanz: viertel nach sieben, Lubu Busbahnhof, nächster Bus in 30 Minuten, Fahrkarte für drei Zonen (fehlen also zwei). Die nächste S-Bahn stand schon da...zum Glück wurde nicht kontrolliert.

Die fehlenden Zonen habe ich dann natürlich brav in Stuttgart nachgelöst. Und mich geärgert, dass ich auch eine Viertelstunde später hätte aufstehen können.

Verspätungs-Murphologie

Zur Abwechslung heute mal was aus der Bahn-Ecke, angeregt durch Murphy.

Eines vorweg: die Bahn ist ein beliebter Prügelknabe. Im Grunde aber ist sie wie jede große Firma: sie überlebt dank einiger engagierter Mitarbeiter, sie erstickt in Bürokratie, sie verwechselt Kundenbindung mit CRM, und die Produkte, die hinten rauskommen, erfüllen alle möglichen Spezifikationen, machen aber nicht so recht zufrieden.

Verspätungsregeln:

  • Wenn Du unbedingt pünktlich sein musst, hat Dein Zug Verspätung.
  • Fährst Du zu einem richtig wichtigen Termin, ist die Lok kaputt oder die Strecke blockiert.
  • Wenn Du sowieso schon spät am Bahnhof bist, ist Dein Zug ausnahmsweise mal pünktlich.
  • Ist der Anschluss knapp, hat der Zug, in dem Du sitzt, exakt so viel Verspätung, dass Du den anderen noch abfahren siehst.
  • Hast Du den Anschluss verpasst und musst warten, ist das Wetter garantiert miserabel. Dafür gibt es kein Dach über dem Bahnsteig.
  • Hast Du den langsameren, aber pünktlichen Zug genommen, überholt der Zug, den Du eigentlich nehmen wolltest, Euch direkt nach der Abfahrt.
  • Den Zug, für den Du reserviert hast, verpasst Du sowieso.
  • Freust Du Dich über den ausnahmsweise doch mal pünktlichen Zug, gibt es unterwegs garantiert eine Signalstörung

Alle Regeln basieren auf wahren Erlebnissen...

20.11.05

Schnee von allen Seiten

Die Winterreifen waren schon eine gute Idee...
Erst habe ich mich geärgert, keine Kamera dabei zu haben, dann beschlossen, dass es ein Bild mit weiiß auf weiß auch täte. Ich spreche vom Aichelberg bei zugeschneiter Fahrbahn, Dunkelheit und Schneetreiben.
Wäre eines von den dreien weggefallen, wäre das ja gar nicht weiter tragisch gewesen. Die Kombination machte es aus. Der Kontrast der weißen Fahrbahnmarkierung zum Schnee auf der Fahrbahn war, nun ja, suboptimal. Und der von vorne kommende Schnee reflektierte das Scheinwerferlicht, so dass noch weniger zu erkennen war und vor allem der Geschwindigkeitseindruck nicht mehr passte - ich kam mir vor, als würde ich doppelt so schnell fahren und permanent die Richtung wechseln. Wo die Spur verlief, war absolut nicht zu erkennen, wahrscheinlich bin ich trotz 60 km/h gut zwischen den Fahrbahnen geschlingert.Nach ein paar Kilometern war der Spuk zum Glück vorbei und die Fahrbahn nass, aber schneefrei. Und ich ziemlich erledigt.

17.11.05

Winterreifen

Jeden Tag quer über die Schwäbische Alb ohne Winterreifen zu fahren, wäre vermutlich nur etwas für Lebensmüde. Doch in seiner unendlichen Weisheit ist dem Gesetzgeber nun aufgefallen, dass dem wirklich so ist, und so kümmert er sich rührend um uns.

Winterreifen als Pflicht? Das hätte ich mir nur einmal im Allgäu gewünscht, als vor mir auf einer steilen, verschneiten Straße ein Twingo mit Sommerreifen liegen blieb. Allerdings ging es mir mit Winterreifen auch nicht viel besser...das Schild mit Schneekettenpflicht stand offensichtlich nicht zum Spaß da :-(

Wackelnde Reifen

Es ist schon ein Kreuz mit den Autos: eigentlich soll der fahrbare Untersatz ja nur fahren und dabei keinen Ärger machen. Aber grau ist alle Theorie. Und bei Autos sowieso.

Obwohl der Nissan Almera eigentlich ein ziemlich zuverlässiges Auto ist, hatte er in letzter Zeit die Angewohnheit entwickelt, immer selbst nach rechts zu lenken und ab 120 km/h das Lenkrad wie einen Zitteraal wackeln zu lassen. Wenn man am Tag 200 km fährt, davon den größten Teil auf der Autobahn, ist das eher unangenehm.
Seltsam dabei: die ersten paar Tage nach dem Reifenwechsel war's ok.

Also auf zum Autohändler. Diagnose: Bei runderneuerten Reifen kann man nicht viel mehr verlangen (warum hat er sie uns dann so verkauft??). Therapie: Spur um 4 mm nachgestellt, Reifen neu gewuchtet. Ergebnis: vernachlässigbar. Das war am Samstag.

Heute also nochmal dorthin. Nun sind nagelneue Semperit-Reifen drauf. Eigentlich hätte ich ja die Conti WinterContact bevorzugt (hatte ich schon mal und war zufrieden), aber die waren nicht auf Lager. Und 77 EUR je Reifen sind auch mit Montage eine Menge Geld.

Jetzt läuft er friedlich wie ein Lamm, auch bei 160 km/h. Aber so war's direkt nach dem Reifenwechsel auch. Mal sehen.

16.11.05

Schnee

Die Wettervorhersage hat für heute Schnee oberhalb von 500 m vorhergesagt. Ungefähr auf halber Höhe des Drackensteiner Hangs wurde klar: sie hatte recht :-(

Dunkelheit und Schneefall auf der Autobahn sind einfach eine eklige Kombination. Und vom Schnee halb zugekleisterte Schilderbrücken Mitte November sowieso.

15.11.05

Türkentrank

Angeblich trinkt jeder Deutsche im Jahr so um die 150 Liter Kaffee, mehr als Mineralwasser. Als braver Bürger komme ich selbstverständlich meiner Pflicht nach, die Weltwirtschaft anzukurbeln und diese Quote noch ein wenig zu steigern. Insbesondere kann der Morgen nicht wirklich beginnen, ohne den Kreislauf ein wenig anzukurbeln. Mangels Frischluft muss also der Kaffee herhalten. Und weil ich morgens stets in Hektik bin, wird unterwegs gefrühstückt.

Beim Autofahren ist das mit dem Kaffee einfach. Ein Umweg von vielleicht 100m führt an einer Filiale der Bäckerei Betz vorbei, wo es einen vom Jura-Automaten frisch gebrühten und damit ganz trinkbaren Kaffee gibt - und der Pappbecher passt auch noch prima in den Cupholder im Auto. Dann noch ein Plunderteil dazu, und der Magen kann gefüllt werden.

Beim Bahnfahren ist das schwerer. Besagte Filiale liegt zwar direkt an der Straßenbahnhaltestelle, aber da ich eher fünf Sekunden als fünf Minuten vor Abfahrt an der Haltestelle bin, fällt diese Option meist flach.

Am Hauptbahnhof gibt's auch Kaffee. Und Plunder. Aber der Kaffee kommt aus der Pumpkanne und das Gebäck von der Konkurrenzkette Käßmayer. Aber wie heißt es so schön: "der Hunger treibt's rein!"

Variante 3: die Bahn verkauft an Bord auch Kaffee. Der ist nicht mal so schlecht. Aber doppelt so teuer wie beim Bäcker. Und das Gebäck bei der Bahn ist echt furchtbar.

Variante vier würde die Anschaffung einer Jura-Maschine zu Hause erfordern. Aber das amortisiert sich in nächster Zeit nicht. Und den Bäcker brauche ich trotzdem.

Der politisch garantiert unkorrekte Titel ist übrigens einem Kinderlied entnommen. Mal sehen, was mir in den Kommentaren nun vorgeworfen wird.